Zahl junger Automatenspieler rasant gestiegen

Glücksspielstudie
Zahl junger Automatenspieler rasant gestiegen

Spiegel Online, 01.02.2010

Eine neue Generation von Geldspielautomaten verleitet deutlich mehr junge Männer zum Glücksspiel. Die Zahl der Spieler hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Auch bei den Lottospielern gab es einen deutlichen Anstieg, für den Experten jedoch eine plausible Erklärung haben.

Köln - Die Wirtschaftskrise hält die Deutschen nicht davon ab, um ihr Geld zu spielen. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wagten in den vergangenen Monaten mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Bundesbürger im Alter zwischen 16 und 65 einen Einsatz und hofften damit auf einen schnellen Gewinn. Damit war die Spiellust fast genauso hoch wie bei der vorangegangenen Umfrage 2007 (55 Prozent). Insgesamt wurden 10.000 Bundesbürger befragt.

Eine besonders dramatische Entwicklung zeigte sich bei den jungen Männern, die an Automaten spielen. Unter den 18- bis 20-Jährigen hat sich ihr Anteil von 6 auf 15 Prozent mehr als verdoppelt (Zahlen von 2007 und 2009).

"Insbesondere junge Männer sind gefährdet, glücksspielsüchtig zu werden", sagte die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott. "Häufig unterschätzen sie die Gefahren dieser Spiele und glauben, das Glücksspiel kontrollieren oder Glückssträhnen erkennen zu können."

Eine Sprecherin erläuterte: "Gerade in den letzten zwei Jahren haben sich die Automaten unheimlich verändert. Die neue Automatengeneration ist viel digitalisierter. Und das übt wohl einen ungeheuren Reiz auf die jungen Männer aus." Außerdem könnten auch einfach noch mehr Automaten aufgestellt worden sein.

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