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Drogenkonsum unter Jugendlichen:
"Nur Loser stecken sich noch eine an"
Die Zahl jugendlicher Raucher ist stark zurückgegangen. "Die Zigarette passt nicht mehr zum jungen Lebensstil", sagt der Bildungsforscher Klaus Hurrelmann - und warnt vor der Ersatzdroge Internet.
SPIEGEL ONLINE, 10.02.2012
SPIEGEL ONLINE: Herr Hurrelmann, innerhalb von zehn Jahren hat sich die
Zahl der jugendlichen Raucher mehr als halbiert, wie eine Studie der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab. Erleben wir eine
Ära der Vernunft?
Hurrelmann : Mit Vernunft ist das nicht zu erklären, sondern mit einem
neuen Lebensstil. Den Jugendlichen ist heutzutage körperliche
Gesundheit, ausreichend Schlaf und ausgewogene Ernährung für ihr
Wohlbefinden wichtig. Sie sind an einer konzentrierten Lebensführung
interessiert und wollen leistungsfähig sein.
SPIEGEL ONLINE: Wo hat dieser Trend seinen Ursprung?
Hurrelmann: Die Wirtschaftskrise um das Jahr 2000 hat den
Heranwachsenden gezeigt, dass Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt keine
Selbstverständlichkeit mehr ist. Individuelle Leistungsfähigkeit wurde
enorm wichtig, um bestehen zu können. Damals fand eine Trendwende in der
allgemeinen Wertorientierung statt. Wir irrten uns mit der Annahme, die
Zeit des Postmaterialismus' werde immer weitergehen. Die jungen Leute
wandten sich stattdessen wieder traditionellen Werten zu. Sicherheit,
Ordnung, Disziplin und Fleiß erleben seither eine Renaissance.
SPIEGEL ONLINE: In den vergangenen Jahren haben Verbote das Rauchen immer schwerer gemacht. Haben die gar nichts bewirkt?
Hurrelmann: Sie haben ein wenig geholfen, aber jedes Kind weiß diese
Hürden zu umgehen. Verbote funktionieren bei Kindern und Jugendlichen
nicht, im Gegenteil.
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