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August 2010 - Mexikos Drogenkrieg Drucken E-Mail

Mexikos Drogenkrieg
Tödlicher Terror im Reich des Rauschs

Mexikos Drogenbosse fordern den Staat heraus. Jetzt haben Militärs einen mächtigen Gangster getötet - doch ob die Regierung den brutalen Kampf gegen die Kartelle gewinnen kann, ist offen. Die entscheidende Rolle haben die USA mit ihren laschen Waffengesetzen und ihrer ineffizienten Drogenpolitik.

SPIEGEL ONLINE, 30. Juli 2010
Von Lars Halter, New York

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Einführendes Video zum Thema von SPIEGEL ONLINE

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Träge schleppt sich der Verkehr auf zunächst zwei, dann fünf Spuren in Richtung Grenze. Die Sonne über dem Städtchen Nogales im US-Bundesstaat Arizona brennt, und die Fahrer schwitzen - die meisten wegen mehr als 40 Grad Hitze. Andere, weil sie Waffen von Nord nach Süd schmuggeln.

Gefasst werden Letztere selten. Die Grenzer sind überlastet. Waffen aus Arizona für Mexiko - das ist ein riesigen Geschäft. Das importierte Kriegsgerät wird im mexikanischen Drogenkrieg benötigt, um Richter und Polizisten zu töten, rivalisierende Gangster und Schmuggler, auch unschuldige Passanten.

Der Grenzübergang bei Nogales ist eine Front im langwierigsten Krieg der USA: dem "Krieg gegen die Drogen", den Präsident Richard Nixon vor fast vierzig Jahren ausgerufen hat. Von Mexiko in die USA werden Drogen aller Art geschmuggelt, in die umgekehrte Richtung kommen die Waffen. Es ist ein Multimilliardengeschäft, höchst lukrativ für die Banden, und deshalb kämpfen sie mit äußerster Brutalität. Der Konflikt zwischen der Regierung, den Kartellen und den Banden untereinander fordert jedes Jahr mehr Opfer als die Kriege in Irak und Afghanistan. Ein Sieg scheint aussichtlos.

Spektakuläre Festnahmen wie nun der Schlag gegen das Sinaloa-Drogenkartell werden zwar als Erfolg der Regierung gefeiert - mexikanische Soldaten haben den Drogenboss Ignacio "Nacho" Coronel in der Stadt Guadalajara getötet. Aber es ist eben nur eine gewonnene Schlacht. Keiner weiß, wer die nächste gewinnt.

Rund 25.000 Menschen sind seit 2006 in diesem Krieg umgekommen. Immer wieder haben die Regierungen der USA und Mexikos versprochen, die Entscheidung in dem Konflikt zu suchen. Zuletzt starteten 2008 der damalige US-Präsident George W. Bush und sein mexikanischer Kollege Felipe Calderón die "Merida Initiative" - 1,4 Milliarden Dollar sagten die USA zu, das meiste Geld ging in die Sicherung der mehr als 3000 Kilometer langen Grenze. Es half wenig.

Weiterlesen, Hintergrundinfos zum globalen Drogenkrieg und Fotostrecken zum Drogenkrieg in Mexiko: SPIEGEL ONLINE

 

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