|
Denn sie wissen nicht, was sie nehmen
Initiative will Drogen testen
Blei im Gras, Milzbrand im
Heroin: Die Zahl der Streckmittel in Drogen nimmt zu. Eine Initiative will
Konsumenten davor schützen und Drogen im Labor checken lassen.
taz,
20.07.2010
von Martin Schwarzbeck
Drogenhändler
des Vertrauens
sind nur schwer zu finden: Ein echtes Problem, denn Konsumenten können
kaum
abschätzen, was in den Pillen, Kügelchen oder Haschischplatten außer den
rauscherzeugenen Substanzen sonst noch drin ist - sprich, mit was die
Drogen gestreckt
wurden, um den Gewinn der Verkäufer zu erhöhen. Deswegen will eine
Initiative
die umfassende chemische Analyse für Konsumenten in Berlin wieder
möglich
machen. "Das liberale Berlin bietet sich für einen Modellversuch an",
erklärt Barbara Seid, Mitglied der Drugchecking Initiative Berlin
Brandenburg
und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der
Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg.
Einen solchen
Versuch gab es
in der Stadt schon einmal Mitte der 90er-Jahre. Und in ganz Europa
untersuchen
verschiedene Projekte illegale Substanzen, um Nutzer vor giftigen
Beimischungen
oder gefährlich hohen Dosierungen warnen zu können.
Denn die
Unwissenheit kann
tödlich sein. Ende 2009 starben europaweit acht Menschen, weil sie mit
Milzbrand verseuchtes Heroin konsumiert hatten. 2007 mussten sich in
Leipzig 35
Menschen im Krankenhaus behandeln lassen, weil sie mit Blei gestrecktes
Gras
geraucht hatten.
Weiterlesen:
taz online
|