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Die Kokainsteuer
Harald
Martenstein schlägt vor, Zigaretten und Alkohol endlich zu verbieten - und im
Gegenzug Kokain zu legalisieren.
ZEITmagazin Nr. 51/2009
vom 10.12.2009
Ich plädiere dafür,
Zigaretten und Alkohol endlich zu verbieten. Ja, es soll verboten sein. Die
Polizei soll Razzien veranstalten. Auf Zigarrenrauchen, Chardonnaytrinken und
Weißbierzischen sollen ruhig Gefängnisstrafen von mindestens sechs Monaten
stehen. Ich sage dies deshalb, weil ich gerne Wein trinke und auch rauche, zum
Beispiel gerade jetzt beim Schreiben.
Gleichzeitig soll das Kokain legalisiert
werden. Mit Kokain habe ich, womöglich als einziger Kolumnist Deutschlands,
nichts am Hut.
Seit Jahren werden
Zigaretten, vor allem wegen der steigenden Steuer, unablässig teurer, auch der
Zugang zu dieser Droge wird immer schwieriger, man braucht jetzt an den
Automaten Codekarten. Ich habe eine Internetseite gefunden, auf der die
Entwicklung der Drogenpreise in den letzten Jahrzehnten von Experten analysiert
wird. Es ist eine Tatsache, dass seit den achtziger Jahren alle illegalen
Drogen billiger geworden oder zumindest im Preis stabil geblieben sind. In der
Zeit, in der zum Beispiel auf der Münchner Wiesn der Preis für die Maß Bier
sich verdoppelte, fiel in der Berliner Hasenheide der Preis für ein Gramm Haschisch
um 10 bis 20 Prozent, angeblich bei steigender Qualität des Produkts. Der Grund
dafür ist, dass der Staat bei legalen Drogen mit großer Begeisterung an der
Steuerschraube dreht, so wie die Lohnnebenkosten steigen und überhaupt alles
ständig steigt.
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