Der
weltweite Kampf gegen Drogen macht die Welt nicht besser
Der "war on drugs"
vermehrt Gewalt und Menschenrechtsverletzungen
Telepolis auf heise.de, 26.02.2010
Von Florian Rötzer
Nach
Ansicht der Soziologen Fernanda Mena und Dick Hobbs von der London School of
Economics fördert er sogar Menschenrechtsverletzungen, verstärkt die Gewalt und
schränkt die Demokratie ein. Anstatt die Welt sicherer zu machen, wird sie
durch die Versuche, den Anbau von illegalen Drogen und deren Handel zu
unterbinden, gefährlicher. Die internationalen Abkommen zur Drogenbekämpfung,
die die Vereinten Nationen realisiert haben, würden so direkt zur Verletzung
der Charta der Menschenrechte führen, nach der das Töten, Foltern oder
Vertreiben verboten ist.
In
ihrem Bericht Narcophobia: drugs prohibition and the generation of human rights
abuses, der in der Zeitschrift Trends in Organised Crime erschienen ist, führen die beiden
Autoren aus, dass der Kampf gegen die Drogen nicht auf empirischen Beweisen,
sondern nur auf Moral basiert – und die führt in die Irre, zumal wenn die
Bekämpfung des Drogenhandels moralisch höher gestellt werde als die Beachtung
der Menschenrechte. Zwar sei die Legalisierung der Drogen auch nicht der
richtige Weg, sondern deren Regulierung im Rahmen der internationalen
Entwicklungshilfe, denn Drogen würden überwiegend in den ärmsten Ländern der
Welt angebaut. Wie in Afghanistan oder Kolumbien ist der Drogenanbau und
–handel die Ursache für Korruption, organisierte Kriminalität, Gewalt und
fragmentierte staatliche Ordnung.
Der
illegale Drogenhandel auf den lokalen und globalen Schwarzen Märkten
(Narcotraffics) führt nach Ansicht der Autoren zu Gewalt und Menschenrechtsverletzungen.
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