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Drogenbeauftragte Dyckmans: "Alkohol
gehört zu unserer Kultur"
Drogenbeauftragte
Dyckmans (FDP) hält die bestehenden Gesetze gegen Alkoholmissbrauch für ausreichend.
Und möchte an der Selbstkontrolle der Industrie festhalten. "Die Menschen
können den Mittelweg schlecht einhalten."
taz vom 02.02.2010
von Heide Platen
Die
neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die Bundestagsabgeordnete Mechthild
Dyckmans (FDP), sieht keinen Bedarf an Gesetzesänderungen gegen
Alkoholmissbrauch. Das teilte sie am Dienstag auf einer Pressekonferenz des
Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) in
Frankfurt mit.
Sie
setze sich für die konsequentere Anwendung der bestehenden Regelungen ein.
Alkoholkonsum gehöre nun mal zur Kultur dazu und sei "aus unserem
gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken". Allerdings müsse damit verantwortlich
umgegangen werden. Das wichtigste sei Aufklärung in Zeiten, in denen "die
Extreme" zwischen totaler Abstinenz und Komasaufen immer größer würden:
"Die Menschen können eigentlich den Mittelweg sehr schlecht
einhalten."
Vorbeugung
müsse schon an der Ladenkasse anfangen. Da sei Umdenken nötig. Nicht nur der
Händler oder die Kassiererin sollten die Verantwortung allein tragen, sondern
die jungen Kunden verpflichtet werden, ihre Ausweise vorzulegen.
Scanner-Kassen, die durch Piepton auf Alkoholika aufmerksam machten, könnten
dabei hilfreich sein.
Damit
geht Dyckmans nicht ganz konform mit der CDU-Bundestagsabgeordneten und
Gesundheitspolitikerin Karin Maag. Diese setzt auf eine dreijährige
Untersuchung der Restriktionen in ihrem Bundesland Baden-Württemberg. Dort wird
der Alkoholverkauf nach 22 Uhr ab März 2010 grundsätzlich verboten sein. Die
Maßnahme sei wegen der gewachsenen Kriminalität sinnvoll. Sowohl bei
Gewaltdelikten wie bei Verkehrsunfällen spiele vor allem spätabends der Alkohol
die größte Rolle. Außerdem seien Eltern und Schulen gefordert, gerade in einem
"Weinland" ihren Kindern den Unterschied "zwischen Missbrauch
und Genuss" frühzeitig zu vermitteln.
Weiterlesen:
taz online
Keine
neuen Gesetze gegen Alkoholismus
Drogenbeauftragte Dyckmans setzt
auf Prävention
Ärzte Zeitung, 02.02.2010
Die
Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf, bestehende Gesetze zum Schutz vor
Alkoholmissbrauch zu verschärfen. Ziel müsse es vielmehr sein, das
Jugendschutzgesetz konsequent umzusetzen, sagte die Drogenbeauftragte der
Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) heute in Frankfurt. Derzeit führt
Dyckmans Gespräche mit dem Einzelhandel. Angestrebt wird eine
Selbstverpflichtung des Handels, bei jugendlichen Alkohlkäufern grundsätzlich
einen Ausweis an der Kasse zu verlangen.
Verstärkt
will die Drogenbeauftragte Schwangere mit dem Ziel aufklären, konsequent
Alkoholkonsum zu vermeiden. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sei es,
Jugendliche vom "Rauschtrinken" abzuhalten. Verstärkt müssten Schulen
und Familien in diese Präventionsarbeit eingebunden werden, sagte Dyckmans,
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Ärztezeitung Online
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