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Konsumkompetenz & Suchtprävention: Handlungsgrundsätze Drucken E-Mail

 

  „ ... Sucht ist nicht per Dekret abzuschaffen,
aber es lassen sich soziale Rahmenbedingungen
fördern, die den Rausch als eine Qualität menschlicher
Erfahrung integrieren und jene Folgen minimieren, die
keineswegs physiologische Notwendigkeit, sondern
Konsequenz unserer Zuschreibung und Bewertung sind."

(Aldo Legnaro 1991, 27)

 

Unsere Handlungsgrundsätze:

Konzentration auf junge Menschen

Junge Menschen (Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene) sind Hauptzielgruppe unserer Aktivitäten. Um diese möglichst optimal zu erreichen, werden auch Peers, Multiplikatoren und Eltern soweit wie möglich in die Arbeit einbezogen.

Spezieller Bedarf für sozial Benachteiligte und hoch belastete Gruppen

Belastete Gruppen und Personen sind in besonderer Weise gefährdet, Suchterkrankungen zu entwickeln und oftmals mit sonst üblichen Strategien nicht ausreichend zu erreichen. Für diese Gruppen entwickeln wir spezifische Angebote und stellen besondere Ressourcen zur Verfügung.

Akzeptierender Ansatz

Unsere Arbeit mit jungen Menschen folgt einem akzeptierenden Ansatz, der möglichst unvoreingenommen und nicht moralisierend oder autoritär-normensetzend geleitet ist. Dabei vermeiden wir eine rein anwaltschaftlich-parteiliche Position. In den oft vorherrschenden Zwangskontexten, in denen wir Kindern und Jugendlichen begegnen, nehmen wir im Sinne unseres pädagogischen Handelns jedoch nicht selten eine anwaltschaftliche Position ein.

Prävention früh beginnen, kontinuierlich handeln, früh intervenieren

Um erfolgreich zu sein, muss Suchtprävention bereits im frühen Kindesalter einsetzen. Prävention muss Kindern und Jugendlichen punktuell immer wieder begegnen. Um riskanten Konsummustern zu entgegnen und sie zu reduzieren, entwickeln wir geeignete Maßnahmen und Angebote der frühen Intervention.

Settinggerechte Umsetzung

Unsere Präventionsprojekte sind setting‑ und lebensweltgerecht angelegt und binden neben den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch Eltern und Multiplikatoren ein.

Förderung gesundheitsverträglichen Verhaltens als Leitprinzip

Entsprechend dem salutogenetischen Ansatz ist unser vorrangiges Grundprinzip Förderung gesundheitsverträglichen Verhaltens, nicht das Verbot schädigenden Verhaltens.

Förderung eines verantwortungsvollen Konsums als vorrangige Zielvorstellung

Unser übergreifendes Ziel ist es, einen möglichst risikoarmen, verantwortungsvollen, individuell und sozial verträglichen Konsum zu fördern. Unsere Arbeit zielt vorrangig auf die Vermeidung von besonders risikobehaftetem Konsum und weniger auf die Förderung von Abstinenz.

Kompetenzerweiterung vor Verbot

Die Durchsetzung von Verboten und Einschränkung der Verfügbarkeit psychoaktiver Substanzen steht entgegen unserem Ansatz der Akzeptanz und Integration von Rausch- und Genussmittelkonsum und seiner Wahrnehmung als kulturelles Gut in großen Bevölkerungsteilen, Subkulturen und Jugendszenen. Daneben verhindert das Verbot bestimmter psychoaktiver Substanzen die Aneignung von risikominimierenden Strategien beim Gebrauch und die Integration solcher Zielstellungen in die pädagogische Arbeit. Schließlich führt die Illegalität des Handelns beim Drogenverkehr und –gebrauch zu vermeidbaren, teilweise extrem die Gesundheit gefährdenden Effekten. Die weitgehende Durchsetzung des Verbots bestimmter Substanzen ist daher unrealistisch und entspricht nicht unseren Zielstellungen. Im Sinne der Förderung eines verantwortungsvollen Konsums ziehen wir Strategien der Kompetenzerweiterung denen der Kontrolle und des Verbots grundsätzlich vor. Wir machen auch den Gebraucherinnen und Gebrauchern illegaler Drogen ein Angebot, risikoarme Strategien beim Konsum zu entwickeln. Die Einschränkung der Verfügbarkeit bestimmter psychoaktiver Substanzen durch Kinder und Jugendliche (etwa durch Altersbeschränkungen und Steuererhöhungen) kann auch in unserem Sinne Ziel der Suchtprävention sein, muss dann aber realistischerweise auch durchsetzbar und kontrollierbar sein und darf nicht zu einer maßgeblichen Verlagerung von Konsum in Räume und Bereiche führen, die für die pädagogische Arbeit nicht mehr sichtbar sind und in denen Prävention und Intervention kaum mehr möglich sind. Weitere Kontrollmaßnahmen und Verbote sind vor allem dann legitim, sofern sie zur Einhaltung des Kinder- und Jugendschutzes beitragen und Gewalt gegenüber anderen reduzieren.

Gendersensibilität und –spezifität der Maßnahmen

In unseren Maßnahmen versuchen wir soweit wie möglich, das Prinzip des Gender Mainstreaming umzusetzen, alle Maßnahmen werden gendersensibel bzw- genderspezifisch entwickelt.

Mix aus Verhaltens- und Verhältnisprävention

Erfolgreich sind vor allem Präventionsmaßnahmen, die verhaltens‑ und verhältnispräventive Ansätze verbinden. Entsprechend stimmen wir Maßnahmen, Projekte und angewendete Strategien mit denen anderer Akteure ab. Wir nehmen soweit wie möglich Einfluss auf die Lebenswelt und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen umgebende Faktoren und setzen uns für positive strukturelle Veränderungen ein.

Einbindung in die Strategie der Gesundheitsförderung in Kommune und Land

Strategien und Maßnahmen werden von uns in die Gesamtstrategie der Gesundheitsförderung eingebunden. In der Formulierung konkreter Zielsetzungen der Arbeit orientieren wir uns am Gesundheitszieleprozess im Land Brandenburg.


 

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Mon Aug 09
Sommercamp Babelsberg

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Direkt zu Papilio - Suchtprävention im Kindergarten

Direkt zur Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg: www.drugchecking.eu

 

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