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Die
meisten „Koma-Säufer“ sind erst 15 Jahre alt
Brandenburgs Suchtbeauftragte weist auf dramatische
Situation hin
MAZ, 23.12.2008
POTSDAM - Die Mehrzahl der
märkischen „Koma-Säufer“ ist nach Angaben der Suchtbeauftragten des Landes,
Ines Kluge, gerade 15 Jahre alt. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt auch,
dass sich vom Jahr 2000 bis 2005 die Zahl der Jugendlichen verdoppelte, die
sich bis zur Bewusstlosigkeit betranken. Zuletzt blieben die Zahlen in etwa
konstant.
„Wir müssen konsequent gegen
öffentlichen Alkoholmissbrauch und vor allem gegen die Trinkexzesse von
Jugendlichen und Heranwachsenden einschreiten“, sagte der stellvertretende
CDU-Landeschef Sven Petke.
Er forderte ein landesweites Alkoholverbot auf
öffentlichen Plätzen, in Zügen und Bussen. Außerdem sollte wie in
Baden-Württemberg an Tankstellen und in anderen Einrichtungen nachts kein
Alkohol mehr verkauft werden.
„Es geht für die Jugendlichen um
ein Wettsaufen, um regelrechtes Kampftrinken“, sagte Kluge. Gegriffen wird
dabei vor allem zu den sogenannten Alkopops, den süßen alkoholischen
Mixgetränken. Laut Kluge müssten die bestehenden Gesetze strikt umgesetzt
werden, um den Alkoholmissbrauch einzudämmen. Das bedeute vor allem strenge
Kontrollen in den Läden. Die Eltern müssten Vorbild sein.
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Die Außenseiter von morgen
Kampagne gegen Komasaufen
MAZ, 24.12.2008
JÜTERBOG - Der Gang wird unsicher,
das Temperament aufbrausend, das Gedächtnis lässt nach. Die Folgen eines frühen
Alkoholmissbrauchs sind nicht zu unterschätzen. Etwa 1000 Jugendliche im Jahr
werden in Brandenburg dennoch mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus
eingeliefert und riskieren auf diese Weise ihre Entwicklung. „Komasaufen gibt
es auf jeden Fall auch in unserem Landkreis“, sagt Rüdiger Lehmann, Leiter des
Gesundheitsamtes Teltow-Fläming. 12 bis 13 Jahre sei häufig schon das
Einstiegsalter.
Auf Bierdeckeln werden abstoßende
Bilder betrunkener Jugendlicher derzeit im Rahmen einer bundesweiten Präventionskampagne
abgebildet, die mittlerweile auch in Brandenburg startete. „Don’t drink too
much – Stay gold“ heißt die Aktion, die von den Polizeiwachen durchgeführt
wird.
„In unserer Region ist Alkohol mit
Sicherheit die Droge Nummer eins“, sagt Rüdiger Lehmann. Der stellvertretende
CDU-Landeschef Sven Petke hatte deshalb auch ein Alkoholverbot auf öffentlichen
Plätzen gefordert. Dass das die Jugendlichen vom Trinken abhält, kann sich
Rüdiger Lehmann nicht so recht vorstellen. „Die Ursachen liegen ganz woanders“,
erklärt er.
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