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Drogenpolitik Drucken E-Mail

Die Geschichte der Menschheit ist eng verbunden mit dem Gebrauch von Drogen . Auch in der Neuzeit werden die unterschiedlichsten Drogen konsumiert. Dabei wird leider nicht immer primär die pharmakologische Wirkung derselben, sondern die politisch-moralische Bewertung in den Vordergrund gestellt. Diese unterscheidet in legale und illegale, sprich in gute und schlechte Drogen.

Das Gefahrenpotential wird auf der einen Seite unterschätzt; der Konsum sogenannter Genußmittel wie Tabak und Alkohol verursacht schwere körperliche und seelische Erkrankungen, die jährlich in Deutschland zehntausendfach zum Tode führen. Dabei decken die steuerlichen Einnahmen in Milliardenhöhe nicht einmal die Kosten, die dem Gesundheitswesen aus den Folgen des Konsums dieser legalen Drogen entstehen.

Auf der anderen Seite stehen Substanzen, durch deren Verbot die Konsumenten kriminalisiert werden. Die gesundheitliche Gefährdung durch verunreinigte Stoffe infolge des illegalen Marktes sowie der Mißbrauch durch Unwissenheit müssen in Kauf genommen werden. Tabuisierung und Desinformation sind die Werkzeuge einer verfehlten Drogenpolitik.

Die Tatsache, dass legale Drogen schädlich sein können, macht aber die verbotenen nicht besser. Zur Beurteilung von Risiken und Gefahren benötigen gerade Kinder und Jugendliche umfassende, sachlich korrekte Informationen. So könnten sie kritische Konsumenten werden, die auch die Möglichkeit haben, NEIN zu sagen. Sie entscheiden verantwortungsvoll, was sie tun oder was sie lassen wollen!

Die Beurteilung des Suchtpotentials von Drogen vor allem hinsichtlich ihrer pharmakologischen Wirkung, eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG), die Reduzierung der Werbung für jedwede Droge und die frühzeitige Aufklärung junger Menschen sind mögliche Alternativen zur jetzigen Situation.

Eine Liberalisierung der Drogenpolitik in diesem Sinne wäre ein sinnvoller Beitrag zur Jahrtausendwende.

Hendrik Hoeftmann, Frank Prinz-Schubert (2006)

 

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